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Erinnerungen: Die Grundbox „MIDGARD – Das Fantasy-Rollenspiel“

Lesezeit: 5 Minuten

MIDGARD – Das Fantasy-Rollenspiel. Die Grundbox für die 3. Edition.

Ich weiß nicht mehr, wann genau das war, aber die Grundbox der 3. Edition von MIDGARD sah ich erstmals in einem Fantasy-&-Science-Fiction-Laden und war zugleich mein Erstkontakt mit Deutschlands erstem Fantasy-Rollenspiel.

Die Grundbox der 3. Edition von "MIDGARD - Das Fantasy-Rollenspiel" liegt auf einem hölzernen Untergrund.
Die Grundbox für die 3. Edition trug den Titel „MIDGARD – Das Fantasy-Rollenspiel“ und erschien 1989 bei KLEE Spiele. Das Titelbild ist von Josef Ochmann. Foto: Mirco Sadrinna.

Wo immer es nur geht, versuche ich, die MIDGARD-Flagge hochzuhalten. Sei es auf Conventions, in diversen Talk, dass ich darüber auf dieser Seite schreibe oder gemeinsam mit David und FeyTiane im Podcast „SteamTinkerers Klönschnack“ rede. MIDGARD ist bei mir allgegenwärtig und kein anderes Pen-&-Paper-Rollenspiel genießt so einen besonderen Platz in meinem Herzen wie Deutschlands erstes Fantasy-Rollenspiel. Obwohl ich natürlich auch andere Spiele, wie Dungeons & Dragons, Call of Cthulhu, Das Schwarze Auge und so weiter, gerne und viel spiele. Aber MIDGARD bleibt eben MIDGARD. Doch wann genau fing das alles bei mir eigentlich an?

Grundbox für die dritte Edition: MIDGARD – Das Fantasy-Rollenspiel.

Eine Info allerdings gleich vorweg: Wann genau ich auf Deutschlands erstes Fantasy-Rollenspiel aufmerksam wurde – also den Tag – weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Auch was das Jahr angeht, könnte ich mich eventuell irren. Bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass das 1993 war, es kann aber auch „erst“ 1994 gewesen sein. Ob nun ein Jahr früher oder später, spielt meiner Meinung nach jedoch keine wesentliche Rolle. Nach Söhne des Lichts und Das Schwarze Auge (Blog-Artikel zur Orkland-Trilogie) kam MIDGARD.

Alles fing in einem Fantasy-&-Science-Fiction-Laden an.

Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen und der örtliche Spielwarenladen hatte damals außer Das Schwarze Auge und Magic: The Gathering keine weiteren Pen-&-Paper-Rollenspiele beziehungsweise Sammelkartenspiele. Um eine größere Auswahl an fantastischen Spielen zu bekommen, musste man damals nach Lüneburg fahren. Dort gab und gibt es einen sogenannten Fantasy-&-Science-Fiction-Laden, der bereits damals mit einer ordentlichen Auswahl bestach: Mythos (Link). Spätestens wenn man den Laden erstmals betrat, wurde einem bewusst, dass das fantastische Hobby der Pen-&-Paper-Rollenspiele deutlich umfangreicher war und mehrere Spiele umfasste als „nur“ Das Schwarze Auge.

In einem Regal erblickte eine grünliche Box, auf der der Schriftzug „MIDGARD – Das Fantasy-Rollenspiel“ prangte. Das Cover ließ meine Augen größer werden. Es zeigt ein Schloss, das eine gewisse Ähnlichkeit zu Schloss Neuschwanstein besitzt und hoch auf einem Berg thront. Davor ist eine Gruppe von Personen zu sehen, die in Richtung des Schlosses schauen. Einer von ihnen, ein älterer Herr mit einem prächtigen weißen Vollbart, zeigt dort hin. Die Gruppe, offenbar Abenteurer:innen, und die Landschaft, in der sich das Ganze abspielt, einfach märchenhaft. Der Anblick dieses besagten Covers lud seinerzeit förmlich dazu ein, eine fantastische Welt betreten zu wollen. So also auch mich. Mit meinem Taschengeld kaufte ich mir die Grundbox der 3. Edition von Deutschlands erstem Fantasy-Rollenspiel.

Natürlich wollte ich sofort wissen, was in der Grundbox alles enthalten war. Schon während der Rückfahrt von Lüneburg nach Hause öffnete ich daher die Box und schaute gespannt hinein.

Voll mit spannendem Material: Die Grundbox der 3. Edition von MIDGARD.
Vollgestopft mit spannendem Material: Die Grundbox der 3. Edition von MIDGARD. Foto: Mirco Sadrinna.
Inhalt der Grundbox „MIDGARD – Das Fantasy-Rollenspiel“
  • Das Buch der Abenteurer
  • Das Buch des Schwertes mit Bestiarium und Tabellenteil
  • Sicht- und Tabellenschirm
  • Das Buch der Magie mit Weltbeschreibung
  • Datenblätter
  • Bewegungsraster
  • 4 Würfel

Da war ordentlich was drin und die Grundbox „MIDGARD – Das Fantasy-Rollenspiel“ bot alles, was man zum Spielen der 3. Edition benötigte. Also war ich zu jenem Zeitpunkt bestens ausgerüstet und begann eifrig in „Das Buch der Abenteurer“ zu lesen.

Erstellung der ersten Spielfigur.

Ich konnte es nicht abwarten, meine erste Spielfigur zu erstellen. Kaum war ich mit dem Kapitel „Geburt eines Abenteurers“ durch, da machte ich mich auch schon an die Erstellung. Ein Spitzbube oder ein Glücksritter sollte es werden. Keine so leichte Entscheidung. Schließlich ließ ich einen W6 entscheiden. Dieser war gnadenlos und meinte, dass meine erste Spielfigur für MIDGARD ein Spitzbube werden sollte. Dessen Name lautete Sauron. Nicht wirklich einfallsreich, ich weiß. Aber kurz zuvor hatte ich den Zeichentrickfilm „Der Herr der Ringe“ (Wikipedia) von Ralph Bakshi gesehen und war total begeistert. Und den Namen Sauron fand ich irgendwie total abgefahren. Ganz klar also, dass jener Film einen nicht unwesentlichen Einfluss auf meine Namenswahl für den Spitzbuben hatte.

Wenig später war die Spielfigur erstellt und ich las in „Das Buch der Abenteurer“ weiter. Nachdem ich die Spielregeln weitestgehend verinnerlicht hatte, schnappte ich mir die in der Grundbox beiliegenden Würfel und würfelte einfach ein paar Erfolgs- und Prüfwürfe, simulierte einen Kampf, denn in „Das Buch des Schwertes“ war unter anderem ein Bestiarium enthalten, und fuchste mich so nach und nach in die 3. Edition von MIDGARD ein. Mir gefiel auf Anhieb das Würfelsystem.

Mathematik und ich: Zwei Paar Schuhe.

Wenn es ein Unterrichtsfach in der Schule gab, mit dem ich mich nur widerwillig anfreunden konnte, dann war das definitiv Mathe. Mit Hach und Krach schlängelte ich mich durch das Fach und war immer froh, in der Freizeit mit Mathematik verschont zu bleiben. Das ausgerechnet Deutschlands erstes Fantasy-Rollenspiel von Jürgen E. Franke (Podcast-Episode) – einem Professor der Mathematik – geschrieben wurde und mich begeisterte, ist mir ehrlich gesagt bis heute ein Rätsel. Wie heißt es jedoch so schön: „Gegensätze ziehen sich an.“ Da scheint tatsächlich etwas Wahres dran zu sein.

Dass ich für die Erstellung einer Spielfigur einige grundlegende Rechenregeln beherrschen musste, war für mich kein Problem. Die Spielfiguren-Erschaffung bereitete mir sogar viel Spaß.

Der entscheidende Moment.

Noch heute besitze ich die Grundbox „MIDGARD – Das Fantasy-Rollenspiel“ und immer, wenn ich diese in die Hand nehme beziehungsweise bestaune, erinnere ich mich an das zuvor Geschriebene zurück. Der Kauf war schließlich der entscheidende Moment, dass MIDGARD seitdem unter all den Pen-&-Paper-Rollenspielen einen wichtigen Platz bei mir einnehmen sollte und mich bis heute begleitet. Spätestens mit dem Erscheinen der 4. Edition steigerte ich mein Engagement für das Spiel zusätzlich. Das jedoch ist ein Thema für einen weiteren Artikel, den ich bestimmt irgendwann verfassen werde.

Was mich nun allerdings brennend interessiert, ist, wie ihr auf MIDGARD aufmerksam geworden sein und was euch dazu bewogen hat, Deutschlands erstes Fantasy-Rollenspiel bis heute zu spielen. Hinterlasst hierzu gerne einen Kommentar.

PS: Lust auf einen Podcast, der sich hauptsächlich mit MIDGARD beschäftigt? Dann stöbert gerne im Podcast-Archiv unseres Podcasts „SteamTinkerers Klönschnack“. Da dürfte bestimmt die ein oder andere interessante Podcast-Episode für euch dabei sein.


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Über Mirco

Abenteurer, Blogger, Entdecker, Erzähler, Nerd, Podcaster, Rollenspieler, TV-Serienjunkie. Ist dem fantastischen Hobby seit 1993 verfallen und spielt am liebsten MIDGARD und erschafft gerne sogenannten "Homebrew-Content".
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Ein Kommentar

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