[:Durchgeblättert:] Trudvang Chronicles – Spielerhandbuch

Das Spielerhandbuch ist eines von zwei Regelbüchern für Trudvang Chronicles

2016 startete RiotMinds ein Crowdfunding auf Kickstarter für das Pen & Paper – Rollenspielsystem „Trudvang Chronicles“. Ziel dieses Crowdfunding war es, „Trudvang Chronicles“, ein populäres schwedisches Pen & Paper – Rollenspiel, auf Englisch herauszubringen. Die dabei vorgestellten Illustrationen sahen sehr vielversprechend aus. Und schließlich war das Crowdfunding mit 2.709.837 SEK (umgerechnet ungefähr 264.997,67 Euro) von 3.273 Unterstützerinnen und Unterstützern erfolgreich.

Die englischen Bücher erschienen 2017. Bereits im Oktober 2016 verkündete der kleine deutsche Spiele-Verlag, TRUANT Spiele, „Trudvang Chronicles“ auf Deutsch herauszubringen. Damals war das eine tolle Nachricht und was Mario Truant sagt, hält er in der Regel auch. Rechtzeitig zur SPIEL 2018 erschienen das Spielerhandbuch sowie die Grundregeln auf Deutsch.

Das „Trudvang Chronicles“ Spielerhandbuch habe ich dankenswerterweise von TRUANT Spiele erhalten. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt, zu schauen, was das Spielerhandbuch alles so beinhaltet. Deshalb habe ich es durchgeblättert. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Euer SteamTinkerer

PS: Weitere Durchgeblättert-Artikel findet ihr hier.

Trudvang Chronicles

Erscheinungsbild

Das Regelwerk von „Trudvang Chronicles“ besteht aus zwei Büchern: Spielerhandbuch und Grundregeln. Ersteres ist ein Softcover mit einem Umfang von ungefähr 78 Seiten, die alle farbig bedruckt sind. Im Vergleich zu Regelwerken anderer Pen & Paper – Rollenspiele ist das Spielerhandbuch vom Umfang her sehr überschaubar.

Die Vor- und Rückseite des Spielerhandbuchs sind glänzend und bestehen aus härteren Papier. Dadurch sollte, da es ein Softcover ist, die Abnutzung beim Tragen nicht zu schnell erfolgen.

Das Titelbild macht schon einiges her und ist ein echter Hingucker. Offenbar handelt es sich um eine Kampfszene. Sie zeigt einen brüllenden Menschen mit gezogenem Schwert. Mit einem Pferd reitet er die Gegner nieder. Im Hintergrund ist ein Gebirge zu sehen. Gezeichnet wurde das Titelbild von Paul Bonner.

Autorinnen und Autoren

Theodore Bergqvist, Magnus Malmberg und Andreas Jacobsson haben die Texte des Spielerhandbuchs verfasst. Als weitere Autorinnen und Autoren sowie als Unterstützerinnen und Unterstützer sind Ray Vallese, Luca Cherstich, Max Herngren, David Malmström, Robert Frick, Kevin Tompos und die Proofreaders‘ Guild angegeben.

Angaben zur Deutschen Ausgabe: Mario Truant (Herausgeber), Jan Enseling (Übersetzung), Daniel Simon Richter und Phil Pehlke (Lektorat).

Inhalt

Das „Trudvang Chronicles“ Spielerhandbuch beginnt mit einer „Legende“. In dieser sind die Namen der Unterstützerinnen und Unterstützer aus dem Crowdfunding aufgeführt. Weiter geht mit dem „Impressum“ und schließlich folgt das „Inhaltsverzeichnis“. Interessant ist hier, dass das Spielerhandbuch in zwei Kapitel unterteilt ist: „Der Charakter“ und „Fertigkeiten“.

Der Charakter

Das erste Kapitel beschäftigt sich, wie es der Titel erahnen lässt, mit dem Charakter. Zu aller erst wird erklärt was ein Charakter ist und dann geht es auch schon mit der Charaktererschaffung los. Was dabei gleich auffällt, ist die Checkliste. Diese beschreibt in acht Punkten die Vorgehensweise einer Charaktererschaffung.

Jeder Charakter besitzt unter anderem mit Charisma, Geschicklichkeit, Intelligenz, Konstitution, Psyche, Stärke und Wahrnehmung sieben Eigenschaften. Sie sind die hevorstechendsten Aspekte eines Charakters. Eine Eigenschaft kann positiv (+1, +2 oder +4) oder negativ (-1, -2 oder -4) sein. Interessant ist auch, dass Eigenschaften immer einen Situationsmodifikator sowie einen oder mehrere Einflüsse aufweisen. Was genau die positiven und negativen Werte bei den Eigenschaften bedeuten, wird anschließend überschaubar erklärt.

Es folgen die Auswahl der Zugehörigkeit sowie der Rasse und Kultur. Als Rassen stehen Elben, Menschen, Zwerge sowie Halbelben und Halbtrolle zur Auswahl. Wobei die beiden letztgenannten Rassen sogenannte „Mischwesen“ sind. So sind Halbtrolle aus einer Liaison zwischen Mensch und Troll und Halbelben zwischen Mensch und Elb entstanden.

Zugehörigkeit:

Spielerinnen und Spieler suchen sich die Zugehörigkeit ihres Charakters mit der Rasse, dem Herkunftsland, der Muttersprache, der Art des Vitners, das gewebt wird, und der Religion aus.

Weiter geht es schließlich mit den sogenannten Archetypen. Hier stehen insgesamt sieben zur Auswahl: Barde, Dämmerwanderer, Gemeine, Krieger, Schurke, Vitnerweber, und Wildnisläufer. Jedem Archetyp sind zwei Seiten gewidmet. Auf der ersten ist der Archetyp abgebildet und auf der zweiten Seite finden sich eine kurze, allgemeine Beschreibung sowie eine Beschreibung für die jeweilige Kultur.

Dann ist der Erwerb von Fertigkeiten an der Reihe. Unter anderem wird beschrieben, mit welchem Fertigkeitswert man in allen Fertigkeiten beginnt und wie viele Erschaffungspunkte zusätzlich auf die Grundfertigkeiten und die sich darauf beziehenden Diszplinen und Spezialisierungen verteilt werden können. Schließlich wird in einem Absatz noch auf „Magie und Glaube“ eingegangen. Anschließend werden die Nebeneigenschaften beschrieben. Damit sind solche Eigenschaften gemeint wie, Alter, Größe und Gewicht, Waffenhand, Lebenspunkte, Raud und so weiter.

Raud:

Auch als „Beeinflussung des Schicksals“ bezeichnet. Ein Charakter kann durch den Einsatz von Raud eine Aktion ungeschehen machen. Dabei sind jedoch ein paar Einschränkungen zu beachten, die im Spielerhandbuch beschrieben werden.

Zum Abschluss des ersten Kapitels wird auf die Vorgeschichte des Charakters eingegangen, und sich diese auszudenken gar nicht schwer ist. Es geht aber auch um die Erscheinung und dem ersten Eindruck, die Ausrüstung, der Erfahrung, dem Fortschritt und dem Tod.

Fertigkeiten

Bei „Trudvang Chronicles“ sind Fertigkeiten wichtig. Sie sind breit gefächert und bestimmen, welche Kenntnisse und Erfahrungen ein Charakter besitzt. Das zweite Kapitel im Spielerhandbuchbefasst sich eben mit genau diesem Thema.

Los geht es mit der Erklärung des Fertigkeitswerts und das dieser zwischen 1 (schlecht) bis 10 (sehr gut) reicht. Dazu gehören auch, wie man Fertigkeitswerte verbessert, Disziplinen und Spezialisierungen, deren Kosten und Lernreihenfolge und so weiter.

Disziplinen und Spezialisierungen:

Unter jeder Fertigkeit sind Disziplinen und Spezialisierungen angegeben. Diese sorgen dafür, dass sich ein Charakter auf entsprechende Fachgebiete innerhalb einer Fertigkeit weiter verbessern kann.

Insgesamt gibt es neun Fertigkeiten, die mit samt den Disziplinen und Spezialisierungen beschrieben werden. Eine ordentliche Auswahl wird da geboten. Danach kommt ein Index für Fertigkeiten. In diesem sind alle Fertigkeiten samt Disziplinen und Spezialisierungen mit der jeweiligen Seitenzahl aufgeführt. Damit endet das zweite Kapitel „Fertigkeiten“.

Auf den nächsten zwei Seiten folgt der „Trudvang Chronicles“ Charakterbogen. Dann sind die 78 Seiten durchgeblättert.

Mein Fazit

Ich muss zugeben, dass ich „Trudvang Chronicles“ zuvor nur vom Hören-Sagen und vom Crowdfunding auf Kickstarter kannte. Von dem eigentlichen Spielsystem sowie der Erschaffung eines Charakters wusste ich bislang herzlich wenig.

Obwohlich ich das „Trudvang Chronicles“ Spielerhandbuch nur durchgeblättert habe, konnte ich einen guten ersten Eindruck gewinnen. Das Spielerhandbuch ist übersichtlich gestaltet und das Layout sieht richtig toll aus. Beim Durchblättern sind mir ein paar kleine Fehler im Text aufgefallen, ansonsten machte die Übersetzung auf mich einen soliden Eindruck. Die Texte, die ich während des Durchblätterns gelesen habe, waren verständlich. Es wurde eine angenehme Schriftart und Schriftgröße gewählt. Gerade Letzteres ist für mich immer sehr wichtig.

Schade finde ich jedoch, dass das „Trudvang Chronicles“ Spielerhandbuch ein Softcover und kein Hardcover ist. Dadurch fallen so ein paar Dinge weg, an die mich mittlerweile gewöhnt habe, wie beispielsweise ein Lesebändchen. Außerdem finde ich ein Hardcover für den Transport in der Tasche einfach besser. Aber gut, das ist meine ganz persönliche Meinung. Das „Trudvang Chronicles“ Spielerhandbuch besitzt ansonsten für ein Softcover eine ordentliche Qualität.

Beidem Preis von 19,95 Euro kann man nicht meckern. Dieser geht vollkommen in Ordnung. Dafür bekommt man ein 78 Seiten starkes Softcover mit farbig bedruckten Seiten geliefert.

TRUANT Spiele hat mit „Trudvang Chronicles“ eine echte Bereicherung für den deutschsprachigen Pen & Paper – Rollenspielmarkt geliefert. Wer Nordic-Fantasy mag und einmal ein anderes Pen & Paper – Rollenspielsystem spielen möchte, sollte sich „Trudvang Chronicles“ anschauen. Ich hoffe, dass TRUANT Spiele in Zukunft noch weitere Bücher hierzu herausbringen wird.

Weitere Informationen:

Titel: Trudvang Chronicles – Spielerhandbuch, Verlag: RiotMinds (Englisch), TRUANT Spiele (Deutsch), Webseite: RiotMinds, TRUANT Spiele, Erhältlich: Spielerhandbuch (Regelwerk, Softcover), Grundregeln (Regelwerk, Softcover)
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(c) 2017, 2018 RiotMinds. Trudvang Chronicles und das Logo sind eingetragene Markenzeichen von RiotMinds. Alle Rechte vorbehalten! (c) 2018 Deutsche Ausgabe TRUANT UG (haftungsbeschränkt)

8. Dezember 2018 17:35 Uhr: In dem Artikel wurde als zweites Regelwerk immer das Spielleiterhandbuch genannt. In der deutschen Ausgabe heißt das zweite Regelwerk schlicht Grundregeln. Um Unstimmigkeiten zu vermeiden wurde das entsprechend
angepasst.

SteamTinkerer

Über SteamTinkerer

Ich bin schon seit vielen Jahren dem fantastischen Hobby der Pen & Paper - Rollenspiele verfallen. Egal ob als Spielleiter oder als Spieler. Pen & Paper - Rollenspiele geben mir die Möglichkeit, unsere reale Welt für einen kurzen Moment zu verlassen und der Kreativität freien Laufen zu geben. In der ganzen Zeit waren MIDGARD, Dungeons & Dragons (D&D) sowie Call of Cthulhu meine treuesten Begleiter gewesen. Die genannten Pen & Paper - Rollenspielsysteme spiele ich heute noch. Dazu kommen weitere Spielsysteme, wie Das Schwarze Auge (DSA) und Splittermond. Seit 2015 blogge über dieses fantastische Hobby.
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3 Kommentare

  1. Ist die Aufteilung in “Grundregeln” einerseits und “Spielerhanbuch” andererseits nicht etwas komisch?

    Als Spieler, der einen Charakter gestaltet, möchte man doch auch wissen, wie sich die gewählten Eigenschaften und Fähigkeiten im Spiel niederschlagen. Der Kämpfer möchte wissen, wie der Kampf funktioniert, der Zauberer will die Regeln zur Magie kennen usf.

    Als Spieler, der die eigentlichen Regeln kennen und auch außerhalb des Spiels mal darin schmökern möchte, muss man also beide Bücher erwerben, wenn ich das richtig sehe. Das relativiert doch dann schon wieder den *scheinbar* günstigen Preis von 19,95.

    Oder übersehe ich hier etwas?

    • Hallöchen,

      zugegeben, ich fand die Aufteilung auch ein wenig “gewöhnungsbedürftig”.

      Da das “Spielerhandbuch” nur die Regeln zur Charaktererschaffung beinhaltet, werden definitiv die Grundregeln benötigt.

      Der Preis der beiden deutschen Bücher geht aber in Ordnung. Die Regelbücher kosten zusammen 49,90 Euro (19,95 Euro Spielerhandbuch, 29,95 Euro Grundregeln). Das D&D Player’s Handbook (deutsche Ausgabe) kostet allein schon 50,00 Euro. Genau genommen sind die beiden Trudvang Chronicles Regelbücher sogar noch etwas günstiger, als das D&D Player’s Handbook.

      Ich finde auch, dass ein Gesamtpreis von 50,00 Euro für ein Regelbuch oder für zwei Regelbücher vereinbar ist. Aber da scheiden sich gern die Geister. 😉

      Viele Grüße

      SteamTinkerer

  2. Der Gesamtpreis geht noch in Ordnung, stimmt. Der Sinn der Aufteilung erschließt sich dennoch nicht wirklich, denn letztlich braucht man beides.

    Was mich aber mal interessiert: Gibt es diese Unterteilung in Spielerhandbuch und Grundregeln nur in der deutschen Fassung von Truant, oder findet man die auch im schwedischen bzw. englischen Original?

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