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Comics: M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium

Lesezeit: 6 Minuten

M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium. Ein Comic mit Sherlock Holmes & Co.

„M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium“ ist kürzlich beim Splitter Verlag erschienen. Wenn man den Namen so liest, könnte man meinen, dass das Comic etwas mit Sherlock Holmes und Dr. Watson zu tun hat. Und in der Tat ist dem auch so. Vielen Dank an dieser Stelle an den Splitter Verlag, der mir ein Exemplar des genannten Comics zugesandt hat.

Aufmachung

„M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium“* ist in einer robusten, gebundenen Ausgabe (Hardcover) erschienen. Das Format ist dabei mit 32,2 cm (L), 23 cm (B), 1,7 cm (H) etwas größer als A4. Das Comic hat einen Umfang von sage und schreibe 128 Seiten, die alle in Farbe sind.

Cover

Auf einem Berg voll Schrott sind drei Personen im Abendrot zu sehen: In der Mitte steht Sherlock Holmes, links von ihm ist Dr. Watson und rechts ist ein Mann in einem Rollstuhl zu sehen. Beim zweiten Blick fällt auf, dass es sich dabei um keinen Menschen, sondern um eine Maschine handelt, denn dem Mann fehlt die Kopfdecke und dort, wo sich normalerweise das Gehirn befindet, steigt Rauch auf. Im Hintergrund erhebt sich der Big Ben und auf der linken und rechten Seite des Covers fliegen zwei Zeppeline vorbei. Schon jetzt wird der Betrachterin und dem Betrachter vermittelt, welches Genre dieses Comic bedient: Eine Art Steampunk. Braun, Orange sowie Gelb sind die Farben, die das Cover von „M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium“ bestimmen.

Autorinnen und Autoren

Fred Duval und Jean-Pierre Pécau haben den Text des Comics verfasst, während Stevan Subic die Zeichnungen beigesteuert hat. Scarlett Smulkowski zeichnet sich für die Farben und Nicolas Siner für das Cover verantwortlich. An der deutschen Ausgabe haben mit mitgewirkt: Swantje Baumgart (Übersetzung), Martin Budde und Aylin Kuhl (beide Bearbeitung), Sven Jachmann und Malena Bahro (beide Lettering), Dirk Schulz (Covergestaltung) und Horst Gotta (Herstellung).

Inhalt

Sage und schreibe 128 Seiten umfasst „M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium“ und ist in diesem Jahr, also 2019, ganz frisch beim Splitter Verlag erschienen. Die hohe Seitenzahl lässt sich einfach erklären: Das Comic besteht aus zwei Kapiteln. „M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium“ ist eine Übersetzung aus dem Französischen. Dort trägt das Comic den Titel „M.O.R.I.A.R.T.Y. – Empire „Mécanique“* und ist bereits 2018 bei Éditions Delcourt veröffentlicht worden.

Überblick

Das erste Kapitel beginnt im September 1899, genauer gesagt in London. Seit einer Weile schon sorgt ein gewisser Mr. Gibbs in einem Kasino dafür, Adelige finanziell zu ruinieren, in dem er sie beim Kartenspiel abzieht. Dieser Mr. Gibbs scheint eine wahre Glückssträhne zu besitzen, bis zu dem Tag, als Sherlock Holmes an der Runde teilnimmt. Dieser durchschaut Mr. Gibbs und schafft es, ihn mit einem einfachen Trick zu überfordern. Wobei sich herausstellt, dass dieser Mr. Gibbs eine Maschine und kein Mensch ist.

Zur gleichen Zeit befindet sich ein älterer Herr in einem chinesisch anmutenden Viertel in London. Er scheint vor irgendetwas zu fliehen. Als man ihn versucht, aufzuhalten, verwandelt sich der ältere Herr urplötzlich in eine muskulöse Kreatur, die nur so vor Kraft zu strotzen scheint. Nur mit Mühe schafft es die örtliche Polizei, die außer Kontrolle geratene Kreatur zu besiegen.

Wenig später sucht der Notar, Mr. Utterson, Sherlock Holmes auf und berichtet, dass er über das Schicksal seines Mandanten, Dr. Jeckyll, besorgt ist. Der Notar äußert seine Vermutung, dass Dr. Jeckyll offenbar das Opfer einer Erpressung geworden ist. Seit einigen Monaten hat sich der Doktor mit einem Mr. Hyde, einem unangenehmen Zeitgenossen, angefreundet. Die Geschichte von Mr. Utterson klingt zwar sonderbar, doch Sherlock Holmes ahnt, dass sich das Ganze zu einer Überraschung entpuppen könnte. Deshalb nehmen er und Dr. Watson sich dem Anliegen des Notars an… .

Das zweite Kapitel beginnt im selben Monat des Jahres 1899. Mehrere Zeppeline fliegen über London und lassen während ihres Flugs muskulöse Kreaturen frei. Diese beginnen umgehend damit, die Stadt zu zerstören. Um die Königin, Queen Victoria, vor den Angreifenden schützen zu können, wird sie evakuiert.

Sherlock Holmes befindet sich in einer dunklen Zelle und bekommt mit, wie Li Mei, Frau des verstorbenen Alfred Nobel und dessen Erbin, eine vergoldete Maske aus einem Schrank holt. Diese ist jedoch nicht für ihn, sondern für eine andere Person bestimmt. Dank seines Geschicks schafft es Sherlock Holmes, einem Wächter den Zellenschlüssel abzunehmen und kann sich dadurch befreien. Einen anderen Wächter überwältigt er und verkleidet sich anschließend als dieser. Sherlock Holmes ist nämlich nicht nur ein grandioser Detektiv, sondern auch ein Verkleidungskünstler. Nachdem er den Weg nach draußen sucht, entdeckt er in einem Käfig eine Person, die die vergoldete Maske trägt. Sherlock Holmes ahnt zu diesem Zeitpunkt bereits, wer die Person sein könnte. Seine Flucht bleibt nicht unbeobachtet und eine wilde Verfolgungsjagd beginnt… .

Fazit

Boah, nach dem Lesen des Comics brauchte ich einen kurzen Moment, um die Geschichte sowie die Zeichnungen auf mich wirken zu lassen. Also, wo fange ich am besten an? Bei der Geschichte beziehungsweise den Texten. Fred Duval und Jean-Pierre Pécau präsentieren der Leserin oder dem Leser eine spannende, unterhaltsame Geschichte, wie sie eines Sherlock Holmes und Dr. Watson würdig ist. Dabei macht der Hintergrund, der für dieses Comic gewählt wurde, das Ganze nur noch interessanter. Die Zeichnungen von Stevan Subic sind grandios, nicht bloß „irgendwelche“ Zeichnungen, sondern richtige Kunstwerke. Ja, er hat deutlich dazu beigetragen, dem gewählten Hintergrund sowie der erzählten Geschichte mehr Leben einzuhauchen. Ehrlich? Ich habe mich in dem Zeichenstil förmlich verliebt!

Für die Texte wurde eine gute Schriftgröße gewählt, was, zumindest bei mir, dazu beitrug, dass das Lesen von „M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium“ große Freude bereitet hat. Und wo ich bei den Texten bin, gibt es auch einen Kritikpunkt: Auf manchen Seiten befindet sich viel, sehr viel Text. Dieser Umstand führt dazu, dass manche Bilder von sehr großen „Sprechblasen“ eingenommen werden. Außerdem sind in manchen Sprechblasen trotz der Schriftgröße immer noch ungewöhnlich viel Platz vorhanden. Dadurch wurde meiner Meinung nach, zu viel Platz vergeudet.

Ich kenne das französische Original nun nicht und meine Französischkenntnisse lassen sehr zu wünschen übrig, doch die deutsche Übersetzung von Swantje Baumgart macht auf mich einen sehr ordentlichen Eindruck. Vielleicht ist eine Leserin oder ein Leser, die oder der das französische Original kennt, anderer Meinung.

Mit 24,00 Euro in Deutschland und 24,70 Euro in Österreich kann sich der Preis dieses Comics sehen lassen. Kurz gesagt, ich finde den Preis vollkommen in Ordnung. Eine gebundene Ausgabe mit einem Umfang von 128 Seiten, die allesamt in Farbe sind. Da kann man nun wirklich nichts gegen sagen.

Sherlock Holmes meets Steampunk. Großartig!

„M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium“ ist ein Comic, das wirklich alles bietet: Spannung, Action und grandiose Zeichnungen. Die Idee, eine Sherlock Holmes-Geschichte in einem steampunkartigen Hintergrund spielen zu lassen, ist super. So etwas gibt es nicht alle Tage. „Sherlock Holmes meets Steampunk“ trifft es da meiner Meinung nach genau richtig. Wer auf Abenteuer des berühmten Detektivs steht, und/oder ein Fan von Steampunk oder dem viktorianschen England ist, wird bei diesem Comic auf ihre oder seine Kosten kommen. Schaut euch dieses Comic wenigstens einmal an. Es lohnt sich!

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PS: Weitere Artikel zu Comics/Graphic Novels findet ihr hier.

Comics: M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium (eingelesen von SteamTinkerer)

Weitere Informationen:

Titel: M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium (M.O.R.I.A.R.T.Y. – Empire mécanique), Art: Comic, Verlag: Splitter Verlag (Deutsch), Éditions Delcourt (Französisch), Erhältlich: Deutsche Ausgabe* | Französische Ausgabe*
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„M.O.R.I.A.R.T.Y. – Das mechanische Imperium“ © 2019 by Splitter Verlag. Alle deutschen Rechte vorbehalten!

SteamTinkerer

Über SteamTinkerer

Ich bin schon seit vielen Jahren dem fantastischen Hobby der Pen & Paper - Rollenspiele verfallen. Egal ob als Spielleiter oder als Spieler. Pen & Paper - Rollenspiele geben mir die Möglichkeit, unsere reale Welt für einen kurzen Moment zu verlassen und der Kreativität freien Laufen zu geben. In der ganzen Zeit waren MIDGARD, Dungeons & Dragons (D&D) sowie Call of Cthulhu meine treuesten Begleiter gewesen. Die genannten Pen & Paper - Rollenspielsysteme spiele ich heute noch. Dazu kommen weitere Spielsysteme, wie Das Schwarze Auge (DSA) und Splittermond. Seit 2015 blogge ich über dieses fantastische Hobby.
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